06.12.2010
Drauflegen statt sparen
Kurz vor der Sommerpause geisterte eine angebliche „Sparliste“ der
Bundeswehr durch die Medien. Mehr als neun Milliarden Euro sollten durch
Kürzungen bei großen Rüstungsprojekten eingespart werden.
„Guttenberg legt sich mit EADS an“, titelte die Financial Times
Deutschland. „Guttenberg riskiert Konflikt mit
Rüstungsindustrie“ hieß es beim Handelsblatt. Was war
passiert?
Ein „internes“ Expertenpapier für den Generalinspekteur der
Bundeswehr, Volker Wieker, mit dem sperrigen Titel „Priorisierung
Materialinvestitionen“ war „ganz zufällig“ in die
Redaktionen aller großen Tageszeitungen geflattert. Mit dem Springer-Blatt
„Bild“ an der Spitze wurde Guttenberg zum kühnen Streiter gegen
Rüstungslobby und Konzernprofite aufgebaut. Ausgerechnet ...
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01.12.2010
CDU/CSU drängen auf Intensivierung der zivil-militärischen Kooperation
Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion will die „Kapazitäten für eine
effektive zivilmilitärische Zusammenarbeit“ weiter ausbauen. Das geht
aus einem Thesen-Papier mit dem Titel „Gemeinsam für Frieden und
Sicherheit“ hervor, das am 22. November 2010 beschlossen wurde.
Kritik von Nichtregierungsorganisationen an der Instrumentalisierung von
Entwicklungspolitik für militärische Ziele wird ausdrücklich
zurückgewiesen, stattdessen werden „gemeinsame Ziele im Sinne der von
einem Konflikt betroffenen Menschen“ unterstellt.
Die CDU/CSU-Fraktion rechnet bereits mit neuen Auslandseinsätzen der
Bundeswehr. Dafür soll frühzeitig „ein Konzept für die
zivil-militärische Zusammenarbeit im Einsatzgebiet erarbeitet werden. In
den ...
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27.11.2010
"Re-investition" statt Abzug
Die Pirouetten, die rund um das Thema Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan
gedreht werden, sind schon bemerkenswert. Ursprünglich sollte auf dem
NATO-Gipfel in Lissabon medienwirksam der Name einer afghanischen Provinz
genannt werden, aus der die Bundeswehr sich im nächsten Jahr
zurückzieht. Das Ereignis fiel aus. Berichte aus den Nordprovinzen
Afghanistans sprechen von einer schwierigen militärischen Lage für die
NATO.
Jetzt darf Spiegel-online Informationen aus einem „geheimen Plan“
der ISAF verbreiten, wonach innerhalb der nächsten sechs Monate drei
Provinzen im Norden „übergabereif“ sein sollen. Die
Bundesregierung begrüßt flugs den Plan, der doch geheim ist. Die
NATO-Generale haben aber keinen Truppenabzug, sondern eine Umgruppierung der
Kräfte im Sinn. Die Übergabe von ...
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26.11.2010
General Petraeus lobt deutsche Kämpfer
Offiziell heißt es immer noch, die Bundeswehr würde Schutz- und
Ausbildungsbataillone in Afghanistan unterhalten. Deutsche Soldaten als
Ausbilder afghanischer "Sicherheitskräfte" - klingt ziemlich
harmlos und irgendwie zivil.
Bei seinem Berlin-Besuch hat US-General Petraeus die Bundeswehr für ihre
Kampfeinsätze am Hindukusch gelobt. Von "Ausbildung" war nicht
die Rede. "Die deutschen Einheiten leisten bereits erheblich mehr als noch
vor wenigen Monaten", lobte der General im Deutschlandfunk. "Sie sind
umgruppiert worden, die Bataillone sind jetzt als Eingreiftruppen aufgestellt
worden, die vor allem in den Provinzen Baghlan und Kundus Operationen gegen
Aufständische durchführen. Sie tun dies in einer sehr beeindruckenden
Weise, wie ich gesehen habe, als ich die Einheiten vor Ort besuchte ...
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25.11.2010
Sparankündigung war Propagandaente
Generalinspekteur Wieker, der ranghöchste Soldat der Bundeswehr, hat bei
der Kommandeurtagung in Dresden den derzeitigen Umbau der Truppe mit der
NATO-Raketenrüstung ("NATO-Doppelbeschiss") in den 80ern und dem
Kalten Krieg verglichen. Man könne nicht von einer
"Transformation" sprechen, vielmehr ginge es um eine Zäsur, die
nicht von Sparzwängen ausgelöst wurde. Daher "wäre es naiv,
den Impetus für diesen Schnitt auf eine Finanzvorgabelinie zu
reduzieren". Guttenbergs Sparankündigungen hatten lediglich
"beschleunigende Effekte".
Der Minister hat bei der Debatte zum Haushalt 2011 am 24. November im Bundestag
erklärt, dass nie ernsthaft an eine Verkleinerung der Bundeswehr auf
163.000 Soldaten gedacht war. "Wir wollen im Grunde genommen keine
Bundeswehr, die sich auf ...
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24.11.2010
Britisch-französischer Militärpakt
Beim französisch-britischen Gipfeltreffen am 2. November 2010 vereinbarten
beide Länder eine enge militärische Zusammenarbeit. Eine gemeinsame
Interventionstruppe soll ab dem kommenden Jahr erste Übungen abhalten. Ihr
sollen ein eigenes Hauptquartier, die notwendige Einsatzlogistik und
zusätzliche militärische Unterstützungsverbände zugeordnet
werden, so dass sie zu harten Kampfeinsätzen in der Lage ist. Ab 2020 soll
es außerdem einen Marineverband mit gemeinsam genutzten
Flugzeugträgern geben.
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23.11.2010
Kommandeure tagen
„Verteidigungs“minister Guttenberg hat bei der Kommandeurtagung der
Bundeswehr in Dresden erklärt, dass der künftige Umfang der Bundeswehr
bei 180-185.000 Soldaten liegen wird.
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22.11.2010
Bleiben bis der Job getan ist
„Wir werden bleiben bis der Job getan ist“, lautet die Botschaft,
die NATO-Generalsekretär Rasmussen denen zu verkünden hat, die auf
einen baldigen Abzug der ISAF-Truppen aus Afghanistan hoffen.
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19.11.2010
Gipfel-Legenden
Wenn die NATO in Lissabon eine gemeinsame Raketenabwehr beschließt, dann
werden in den Erklärungen jede Menge Legenden verbreitet werden.
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18.11.2010
Cyber-Koalition
Bei der NATO-Konferenz am Wochenende in Lissabon wird der westliche Kriegspakt
im Rahmen der Debatte um ein neues strategisches Konzept auch die Frage
entscheiden, ob ein Cyber-Angriff auf einen Mitgliedsstaat künftig den
Bündnisfall nach Artikel V des Nordatlantik-Vertrages auslöst.
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17.11.2010
Kämpferorden
Der Bundespräsident hat einen neuen militärischen Orden für
Kampfeinsätze gebilligt. „Verteidigungs“minister Guttenberg
will ihn noch in diesem Monat an die ersten Soldaten, die „mindestens
einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher
persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt
erlitten“ haben, verleihen.
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16.11.2010
Atomwaffenkomplex wird gefüttert
US-Präsident Obama will den Atomwaffenkomplex des Landes mit 4,1 Milliarden
Dollar zusätzlich füttern, wenn der Senat im Gegenzug den
START-Nachfolgevertrag mit Russland über eine Reduzierung strategischer
Atomwaffen beschleunigt passieren lässt. Das geht aus einem Bericht der
Washington Post vom 13. November hervor.
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15.11.2010
NATO 3.0
NATO-Generalsekretär Rasmussen hat es gerne sportlich-dynamisch. Der
westliche Militärpakt soll unter seinem Vorsitz „effektiver,
engagierter und effizienter“ werden. Viele schöne Vokabeln für
militärische Gewalt, für Kampfeinsätze und Krieg.
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12.11.2010
Rüstungsexportunterstützung
Im September 2009 haben die deutschen Rüstungskonzerne ein neues
Lobbyinstrument geschaffen. Der „Bundesverband der deutschen Sicherheits-
und Verteidigungsindustrie (BDSV)“ soll Rüstungsinteressen
bündeln und auf der politischen Ebene durchsetzen.
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11.11.2010
Kriegsgeschäfte
Wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in Lissabon scheinen sich Russland und der
westliche Militärpakt einig geworden zu sein über weitere Moskauer
Hilfe für den NATO-Krieg in Afghanistan.
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10.11.2010
Druck im Kessel
Die Lieblingsrolle von Minister Guttenberg ist die des vermeintlichen
Tabubrechers. Bei der Berliner Sicherheitskonferenz am 9. und 10. November hat
er wieder ein dankbares und gleichgesinntes Publikum gefunden, als er
„offen und ohne Verklemmung“ über deutsche
Wirtschaftsinteressen und Militärstrategie sprach.
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09.11.2010
Frontberichterstattung aus Afghanistan: Das Wort Ausbildung missfällt
Frontberichterstattung aus Afghanistan hat Konjunktur. Auf ARD und ZDF, bei den
Privaten, in Büchern von Rückkehrern, in Reportagen und Blogs. Wer
glaubt, dass sie abschreckend wirkt, muss die Frage beantworten, warum die
Bundeswehr sie inzwischen gerne auf ihre Website stellt. Auch Jugendoffiziere
werben in Schreiben an Schulen mit ihren Afghanistan-Erfahrungen, die sie gerne
zum Besten geben.
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29.10.2010
Die NATO vor Lissabon
Das neue strategische Konzept, das auf dem NATO-Gipfel am 19. und 20. November
in Lissabon verabschiedet werden soll, trägt den Titel "Aktiver
Einsatz ist die moderne Verteidigung". Der Text ist noch immer geheim. Die
Staatschefs der NATO-Mitgliedsstaaten sollen in Portugals Hauptstadt über
die nationalen Parlamente hinweg ein Dokument abnicken, das dem westlichen
Militärbündnis eine noch stärkere Rolle als globaler Akteur
verordnet.
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26.08.2010
Der Rückzug als Kriegsführung mit anderen Mitteln
Wer sich den für 2011 in den Medien angekündigten Truppenabzug der USA
aus Afghanistan als ein Ende der Intervention am Hindukusch vorstellt, wird eine
Enttäuschung erleben.
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29.07.2010
Kreative Rüstungsgeschäfte
Der Rüstungskonzern EADS reagiert mit einer Mehrfachstrategie auf die
Pläne zum forcierten Umbau der Bundeswehr. Künftig sollen die
Rüstungsgeschäfte nicht nur weitergehen, wie bisher - sie sollen noch
mehr Profit abwerfen.
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