11.11.2010

Kriegsgeschäfte

Wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in Lissabon scheinen sich Russland und der westliche Militärpakt einig geworden zu sein über weitere Moskauer Hilfe für den NATO-Krieg in Afghanistan.

Dmitri Rogosin, der russische Botschafter bei der NATO, hat die Bereitschaft seiner Regierung erklärt, ein Transitabkommen über erweiterte Militärtransporte der NATO über russisches Gebiet abzuschließen. Dabei sollten Waffen weiterhin ausschließlich auf dem Luftweg transportiert werden, Versorgungsgüter für die NATO-Truppen können über den Schienenweg geschickt werden. Neben Deutschland, Frankreich und den USA könnten künftig auch Spanien und Italien den Transit durch Russland nutzen.

Außerdem will Russland rund 20 Kampfhubschrauber an die Kabuler Armee verkaufen und noch mehr „Drogenfahnder“ als bislang ausbilden.

Rogosin legt Wert auf die Feststellung, dass Moskau seine Lektion in Sachen Kapitalismus gelernt hat. Bei den genannten Vereinbarungen verfolge Russland ausschließlich „kommerzielle Interessen“. „In den Krieg werden wir uns aber unter keinen Umständen einmischen“. Russland will auch gerne an einem Rücktransport der NATO-Truppen verdienen und sieht schon Zehntausende Güterwaggons rollen, die Millionen Dollar in die Kassen spülen.

Bei seinem Antrittsbesuch im Dezember des letzten Jahres hatte NATO-Generalsekretär Rasmussen eine weitaus umfangreichere Wunschliste dabei. Russland sollte mehrere Hunderttausend AK-47-Gewehre, dazu Pistolen, Granatwerfer, tragbare Flugabwehrraketen, Artilleriegeschütze, Schützenpanzer, Lastwagen, Hubschrauber und Flugzeuge liefern - am liebsten kostenlos.

A.N.
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