27.11.2010
"Re-investition" statt Abzug
Die Pirouetten, die rund um das Thema Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gedreht werden, sind schon bemerkenswert. Ursprünglich sollte auf dem NATO-Gipfel in Lissabon medienwirksam der Name einer afghanischen Provinz genannt werden, aus der die Bundeswehr sich im nächsten Jahr zurückzieht. Das Ereignis fiel aus. Berichte aus den Nordprovinzen Afghanistans sprechen von einer schwierigen militärischen Lage für die NATO.
Jetzt darf Spiegel-online Informationen aus einem „geheimen Plan“ der ISAF verbreiten, wonach innerhalb der nächsten sechs Monate drei Provinzen im Norden „übergabereif“ sein sollen. Die Bundesregierung begrüßt flugs den Plan, der doch geheim ist. Die NATO-Generale haben aber keinen Truppenabzug, sondern eine Umgruppierung der Kräfte im Sinn. Die Übergabe von Provinzkommandos an die Kabuler Armee führe „nicht unmittelbar zur Reduzierung der ISAF-Truppen“, zitiert Spiegel-online nicht näher bezeichnete Militärs. Sie sehen lediglich „perspektivisch den Einstieg in eine Ausdünnung“ der westlichen Truppen. Laut Petraeus sollen Truppenteile, die in einem Gebiet abgezogen werden, in anderen Regionen „re-investiert“ werden.
A.N.
friedens-info.de